Was das ist
Die Heizlastberechnung ermittelt, wie viel Heizleistung Ihr Haus an einem kalten Auslegungstag braucht. Berechnet wird nach DIN EN 12831 raumweise — auf Basis von Bauteilen, Dämmung, Lüftung und Fläche. Ergebnis: eine konkrete Kilowatt-Zahl pro Raum und für das ganze Haus.
Kosten
Heizlastberechnung für ein typisches Einfamilienhaus: 400–700 €. Bei mehreren Wohneinheiten entsprechend höher. Festpreis nach Sichtung der Pläne. Anerkannte Vorleistung für die KfW-458-Heizungsförderung.
DIN EN 12831 — was hat sich geändert
Die DIN EN 12831 wurde 2017 überarbeitet (Teil 1: Heizlast von Gebäuden, Teil 3: Trinkwarmwasser). Wichtigste Änderungen gegenüber der alten DIN 4701:
- Raumweise statt pauschal: Jeder Raum wird einzeln berechnet — nicht mehr Faustformeln pro Quadratmeter Wohnfläche.
- Berücksichtigung von Wärmebrücken — die alte Norm hat sie ignoriert, die neue Norm bewertet sie pauschal oder detailliert.
- Lüftungswärmeverlust präziser: Unterschied zwischen freier Lüftung und mechanischer Lüftung wird sauber abgebildet.
- Innentemperatur-Differenzierung: Bad 22 °C, Wohnzimmer 20 °C, Schlafzimmer 18 °C — statt einheitlich 20 °C.
Eine Heizlastberechnung nach DIN 4701 ist heute nicht mehr förderfähig.
Auslegungstemperatur in NRW
Die Heizlast wird auf einen sogenannten Auslegungs-Außentag berechnet — den statistisch kältesten Tag der letzten Jahrzehnte am Standort. In NRW liegt diese Norm-Außentemperatur regional unterschiedlich:
- Niederrheinische Bucht (Düsseldorf, Köln, Leverkusen, Mönchengladbach): −10 °C
- Bergisches Land (Wuppertal, Remscheid, Solingen): −12 °C
- Eifel und Sauerland: −14 °C bis −16 °C
- Münsterland und Ostwestfalen-Lippe: −12 °C
Die exakte Norm-Außentemperatur lese ich aus der DIN-Tabelle für Ihre Postleitzahl aus.
Was bei falscher Dimensionierung passiert
- Zu groß dimensionierte Wärmepumpe: Taktet ständig (kurze Ein-/Aus-Zyklen), verschleißt Verdichter schneller, läuft im Teillast-Betrieb mit deutlich schlechterer Jahresarbeitszahl. Mehrverbrauch typisch 15–25 %.
- Zu klein dimensionierte Wärmepumpe: Schafft die Heizlast an kalten Tagen nicht. Heizstab springt häufig ein — und das ist teurer als jede andere Heizart. Mehrverbrauch typisch 20–40 %.
- Falsch ausgelegte Heizflächen: Erhöht die nötige Vorlauftemperatur. Jedes Grad mehr Vorlauf kostet 2–3 % mehr Strom über die Lebensdauer.
Über 15 Jahre Lebensdauer einer Wärmepumpe summiert sich eine schlechte Dimensionierung leicht auf 5.000–10.000 € Mehrkosten — gegenüber rund 500 € für eine ordentliche Heizlastberechnung.
Heizlastberechnung & Wärmepumpen-Eignung — eine Faustregel
Aus der raumweisen Heizlast lässt sich die nötige Vorlauftemperatur berechnen. Daran zeigt sich, ob Ihr Altbau wärmepumpentauglich ist:
- Vorlauf bis 35 °C — Optimum, Wärmepumpe arbeitet hocheffizient (Flächenheizung, große Heizkörper)
- Vorlauf bis 45 °C — sehr guter Bereich, Wärmepumpe sehr wirtschaftlich
- Vorlauf bis 55 °C — möglich, aber knapper Wirkungsgrad. Häufig genügt Tausch einzelner Heizkörper.
- Vorlauf über 55 °C — vor Wärmepumpe sind Sanierungsmaßnahmen sinnvoll (Dämmung, Heizkörper-Vergrößerung), sonst lohnt sich der Tausch oft nicht.